Hannoverscher Oratorienchor e. V.

Presse


HAZ Kritik vom 21. November 2011
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HAZ Kritik vom 22. November 2010
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HAZ Kritik vom 30. November 2009
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Aufführung des Requiems ist aus einem Guss
„Oratorienchor Hannover trifft den Ton von Mozarts Totenmesse“ von Sybille Heine
Burgdorf. Die Aufführung eines der schönsten oratorischen Kompositionen hat am Sonnabend mehr als 100 Musikliebhaber in die St-Pankratius-Kirche gelockt. Der Oratorienchor Hannover und Mitglieder des Niedersächsischen Staatsorchesters führten am vierten Fastensonntag, auch Todsonntag genannt, Mozarts Requiem auf.
Das Publikum erlebte einen flexibel agierenden, bestens präparierten Chor mit feinem Gespür für Dynamik, der den Raum zur Glanzentfaltung im Kyrie nutzte. Beim Confutatis und Lacrimosa verlor die Gestaltung etwas an Spannung. Umso konzentrierter begann der vierte Teil.
Das Orchester mit Konzertmeister István Szentpáli ordnete sich der Dominanz des vierstimmigen Vokalsatzes unter und begleitete sicher. Das Solistenquartett bestehend aus Stephanie Forstblad (Sopran), Okka von der Damerau (Alt), Jörn Eichler (Tenor) und Lars Grünwoldt (Bass) sang wie aus einem Guss. Nur Grünwoldt neigte gelegentlich zu opernhafter Dramatik.
Zwei Uraufführungen von Kompositionen des 40-jährigen Chorleiters Peter Francesco Marino waren der Totenmesse vorangestellt. Mit sphärischem Gesang begann das Stück „O Padre nostro“, das die rhythmische Struktur von Gebeten variierte und musikalisch sehr gut zu dem Mozart-Werk passte. Ambitioniert dagegen wirkte die Komposition „Komm, süßes Kreuz“ für Bassklarinette und Streichorchester mit der sensibel agierenden Solistin Sabina Matthus-Bébié. Es bezog seinen besonderen Reiz aus dem Kontrast zwischen dem weichen, dunklen Klang des Blasinstrumentes und der scharfen, hellen Tonfärbung der Streicher. Der dissonante Dialog endete trauerschwer und süßlich mit einem Thema, das an Glockenschläge erinnerte.
Anzeiger für Burgdorf 23.03.2009


"Im Gedenken,Hannoverscher Oratorienchor in der Markuskirche
Von Ludolf Baucke
Sie gedachten auch einer Sängerin, die bei dem Busunglück am 4. November auf der A2 ums Leben gekommen war: Eindringlich und ergreifend gestaltete der Hannoversche Oratorienchor zusammen mit der Hannoverschen Orchestervereinigung in der Markuskirche das Requiem von Luigi Cherubini. Das Werk erklang erst zum Abschluss des von Peter Marino geleiteten Gedenkkonzertes, doch wirkte in seiner Gesamtheit wesentlich stärker als zuvor Beethovens Egmont-Ouvertüre und die Missa canonica von Johannes Brahms. Cherubinis aus der Tiefe emporsteigende, zu Beginn des dramatischen "Dies irae!" mit einem einzigen Tamtamschlag aufrüttelnde und schließlich sanft endende Musik gehoben. Und zwar so gut, dass nicht nur ein dreiviertelstündiger Bogen gespannt, sondern auch Beethovens Wertschätzung bestätigt wurde. Es lohnte, dieses Requiem zu hören, und es lohnt für Laienchöre, sich regelmäßig von Luigi Cherubini inspirieren zu lassen."
HAZ, 24. Nov 2008


Requiem von Cherubini
Chor-Konzert in der Markuskirche
Der Hannoversche Oratorienchor gab am Vorabend zum Ewigkeitssonntag in der Markuskirche ein eindringliches, wenn auch etwas gemischtes Konzert mit dem Hauptstück, dem Requiem in c-Moll von Luigi Cherubini (1760 bis 1842). Der Komponist wurde in Florenz geboren, verbrachte aber fast sein ganzes Leben in Paris und wurde dort zuletzt Direktor des Pariser Konservatoriums. Hier entstand die Messe in c-Moll mit großem Orchester, aber ohne Solisten, 1816 als Auftragswerk zum Gedächtnis an König Ludwig XVI., der während der französischen Revolution unter der Guillotine den Tod gefunden hatte.
Der Chor wurde begleitet von der traditionsreichen Hannoverschen Orchestervereinigung. Die Gesamtleitung der Aufführung lag bei Peter Marino, der auch Leiter des Oratorienchores ist. Das perfekt aufspielende große Orchester traf von Anfang an den schwermütigen dunklen Ton des Werkes, aus dem der Introitus des Chores in eindringlichem Pianissimo eines d-Moll-Akkordes aufsteigt. Diese Grundstimmung beherrscht das gesamte Werk, und der Chor folgte ihr behutsam. Der kongruente Chorklang des Ensembles unterstütze diese Interpretation hilfreich, zumal marino die Balance zwischen Chor und Orchester jederzeit gut in der Waage hielt.
Die Aufführung war einem Chormitglied gewidmet, das bei der Buskatastrophe auf der A2 ums Leben gekommen war. Deshalb gab es keinen Schlussapplaus, obwohl der sehr verdient gewesen wäre.
Das Konzert begann mit Beethovens Egmont Ouvertüre, die ja den Tod des niederländischen Grafen musikalisch beschreibt. Die Hannoversche Orchestervereinigung unter Leitung von Peter Marino spielte das Werk bedächtig bis zur Generalpause und ließ dann die Freiheitsvision des Helden mit strahlendem "Blech" folgen.
Dann war der Romantiker Johannes Brahms zu hören mit der jüngst erst wieder entdeckten "Missa Canonica", die unvollendet geblieben ist, aber dem katholischen Mess-Ordinarium folgt. Es ist im Grunde eine A-cappella-Messe mit sparsamer Orgelbegleitung (Maximilian Schnaus), deren "Agnus Dei" leider nicht ins Stolpern geriet. Dieser Konzertabend in Moll mit dem Requiem als Schluss war beeindruckend und befriedigend.
Gerd Bösenberg. evangelische Zeitung, November 2008


Ergreifender Mahler im Kuppelsaal am 9. Nov 2008
«Mit einem ergreifenden Konzert wurden die Herbsttage der jüdischen Musik eröffnet: Ministerpräsident Christian Wulf und Oberbürgermeister Stephan Weil erinnerten an die Bedeutung der jüdischen Kultur. »
VON HENNING QUEREN

Bessere Musik hätte man nicht wählen können: Mit dem Schlusssatz aus Gustav Mahlers „Auferstehungssinfonie“ wurden gestern Abend die diesjährigen Herbsttage der jüdischen Musik im gut besuchten Kuppelsaal eröffnet. Thema: „Gedenken und Zuversicht“. Der NDR übertrug das Konzert live.
Stardirigent Moshe Atzmon leitete die Radiophilharmonie und den eigens gebildeten Chor der Herbsttage im monumentalen Schlusssatz: „Was entstanden ist, das muss vergehen! Was vergangen, auferstehen!“ Für das innig und vergleichsweise langsam gesungene „Urlicht“ war die gefeierte US-Sopranistin Helen Donath gewonnen worden. Tränen der Rührung im Publikum und Riesenbeifall.
Im ersten Teil des Konzert standen jüdisch-liturgische Musik unter anderem von Louis Lewandowski und Salomon Sulzer auf dem Programm. Andor Izsák, Gründer und Leiter des Europäischen Zentrums für jüdische Musik, dirigierte mehrere hundert Sänger und Sängerinnen verschiedener Synagogalchöre.
Große Erschütterung, als Kantor Benjamin Meissner inmitten eines gesungenen Gebets die Namen der Konzentrationslager von Auschwitz bis Treblinka aufzählte.
Ministerpräsident Christian Wulff erinnerte an das Grauen des Dritten Reiches und daran, „dass die deutsche Kultur ohne den jüdischen Beitrag“ nicht zu denken ist. Wulff räumte ein, dass es „ein großer Fehler“ gewesen sei, den Begriff Progrom so unbedacht zu benutzen. Oberbürgermeister Stephan Weil sicherte dem Europäischen Zentrum für Jüdische Musik größstmögliche Unterstützung zu und bekam Extra-Applaus."
Neue Presse, 11. Nov. 2008


Herrenhausen Klassik
" Welch ein schöner Rahmen für den Abschluss des diesjährigen "Herrenhausen Klassik"-Reigens. Das Wetter verführte noch einmal zum Flanieren, das Galeriegebäude war nahezu ausverkauft, und das Publikum erlebte eine vom Hannoverschen Oratorienchor und dessen Dirigenten Peter Francesco Marino zwingend dargebotene Umsetzung von Carl Orffs "Carmina Burana".
Das will etwas heißen, denn schließlich reiht sich zwischen der Anfangs- und Schlusshymne "O Fortuna" und um das jammervolle Lied des "gebratenen Schwans" herum (gerade köstlich: Tenor Edgar Schäfer) ein Hit an den anderen.
Trotzdem blieb es musikalisch spannend. Denn Marino hatte sich nicht für die Orchesterfassung entschieden, sondern für die Besetzung mit zwei Klavieren und sechs Schlagzeugern. Die garantierten dann nicht nur knackige Lautstärkesalven, sondern vor allem auch lichte und luftig schwebende Effekte etwa mit Triangel, Glöckchen, Schellen und Tamburin. Wobei die konditionsstarken Pianisten Matthias Zimmermann und Tim Ovens die Rolle der Hauptgaranten für Orffs rhythmischen Drive spielten.
Nicht immer hört man Orffs "Carmina Burana" auch mit so viel Mut zu leisen Tönen. Im "Veris leta facies" reduzierte Marino die Chorbesetzung obendrein beachtlich, riskierte damit viel - und gewann auf der ganzen Linie. Der Dirigent forderte den Chor bis haarscharf an dessen Grenzen - und ermöglichte erst so, ausgetretene musikalische Pfade zu verlassen. Stephanie Forsblad (Sopran) und Albrecht Pöhl (Bariton) sorgten schließlich als Solisten noch dafür, dass nicht nur die Sauf- und Liebeslieder schmelzend bis opulent daherkamen. Kein Wunder, dass langer und intensiver Beifall die Konzertsaison in Herrenhausen beschloss. "
HAZ, 02. Sept 2008


Schwebende Dringlichkeit
Der Hannoversche Oratorienchor überzeugt in der Markuskirche Hannover mit Anton Bruckners selten zu hörender Messe in f-Moll
Von André Mumot
Nicht erst am Schluss leuchtet hier die Transzendenz. In Bruckners großer Messe in f-Moll dominiert vom ersten kyrie an der Blick von oben, eine Art jenseitige Panoramaperspektive, in der sich auch die Gesangssolisten keine ariösen Alleingänge erlauben können - weil sie nur Teile sind im göttlichen Gesamtgetriebe, nur kurz hervorgehobene Stimmen in der großen Glaubenssinfonie für Chor und Orchester. Aber vielleicht erschüttert auch deshalb der Moment im "Credo" so sehr, wenn Tenor Jörg Eichler in stiller Verwebung mit der ersten Geige die Menschwerdung Christi bis zur kreuzigung dramatisiert, bei der sich dann majestätisch der Chor eingeschaltet und zur gleißenden Aufherstehung überleitet, in der sich die für Bruckner so typische ansteigende Streichereskalation entfaltet.
In der Markuskirche jedenfalls bewegte sich die selten zu hörende Bruckner-Messe ohne drückenden Pomp in überweltlichen Sphären. Unter Peter Marinos Leitung überzeugte der Hannoversche Oratorienchor als warme, gut artikulierte Klangeinheit, deren schwebende Dringlichkeit vom prager Sinfonieorchester Bohemia angemessen (wenn auch nicht immer mit besonders zupackender Schärfe) getragen wurde. Neben Gast Thomas Wittig (Bass) trugen Tenor Eichler, Alla Kravchuk (Sopran) und Okka von der Damerau (Alt) aus dem Ensemble der Staatsoper mit ihren pointierten Einsätzen zur Verdichtung bei: Sie stellten sich ganz in den Dienst des Werks und der selbstlosen Verflechtung aller Stimmen. Und dabei nimmt all das abgegriffene Gerede von der Transzendenz dieser Musik echte Gestalt an - nicht als Wunsch, sondern, gottlob, als nicht zu leugnende Tatsache.
HAZ, November 2007

 

www.oratorienchor-hannover.de